Montagsfrage: Wie wichtig ist der Klappentext?

Nach einigen Wochen Pause will ich diesen Montag wieder einmal die Montagsfrage von Buchfresserchen beantworten.

Montagsfrage von Buchfresserchen

Heute lautet sie:

Wie wichtig sind dir Klappentexte/Inhaltsangaben auf der Rückseite?

Das kann ich ganz klar mit einem „kommt darauf an“ beantworten. ;)
Viele Romane von Autoren, deren Bücher ich sehr gerne lese, landen auf meiner Wunschliste, ohne dass ich im Vorfeld viel darüber weiß. Der nächste Roman von Robyn Young wird zur Renaissance spielen, es wird einen neuen Kingsbridge-Roman von Ken Follett geben, und Rebecca Gablé führt einen wieder einmal nach „Deutschland“? Gekauft!

Bei anderen Büchern ist es dann auch tatsächlich der Klappentext, der mich dazu animiert, mir die Bücher genauer anzuschauen. Besonders bei unbekannten Autoren kann man da oft herauslesen, in welche Richtung der Roman wohl geht. Ist es ein Männerbuch mit viel Kampf und Blut, eine sehr romantische Geschichte oder etwas dazwischen? Wie wichtig ist der historische Hintergrund? Leider ist der Klappentext nicht immer aufschlussreich oder passend gewählt.
Und in ganz schlimmen Fällen greift der Klappentext schon extrem weit vor, bis in die zweite Hälfte des Buches oder, wie in einem aktuellen Fall, bis auf fünfzig Seiten vor Schluss. So etwas sollte nicht sein, dann braucht man das Buch nicht mehr zu lesen.

Aus diesem Grund versuche ich es zu vermeiden, den Klappentext zu lesen, bevor ich mit dem Buch beginne. Das geht nicht immer, besonders bei Rezensionsexemplaren, die man ja möglichst kurzfristig nach Erscheinen lesen sollte, so dass der Text dann noch gut in Erinnerung ist. Bei Büchern, die es schon auf die Wunschliste geschafft haben oder schon im SuB liegen, werde ich mir die Texte so schnell nicht mehr durchlesen. Da wird allerhöchstens kurz geschaut, wann und wo sie spielen, falls ich das nicht mehr im Kopf haben sollte, der Rest ergibt sich dann beim Lesen. So entstehen auch gar nicht erst große Erwartungshaltungen, sondern ich kann mich vom Inhalt überraschen lassen.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass der Klappentext insofern bei mir fremden Autoren kaufentscheidend ist, dass er das Setting benennt und (hoffentlich) die Art des Romans erkennen lässt, denn irgendwoher muss man ja erfahren, worum es in etwa geht. Mir würden allerdings auch Stichpunkte reichen, die den Zweck genauso gut erfüllen und dabei wohl weniger vom Inhalt vorweg nehmen würden.

Wie wichtig sind euch die Klappentexte? Habt ihr schon negative Erfahrungen gemacht?

6 Gedanken zu „Montagsfrage: Wie wichtig ist der Klappentext?

  1. Neyasha

    Ich lese eigentlich immer den Klappentext und er ist für mich auch einer der Hauptgründe für die Kaufentscheidung. Leider habe ich aber auch schon negative Erfahrungen damit gemacht und wurde ein paarmal übelst gespoilert. Ganz schlimm habe ich es bei „Tigana“ von Guy Gavriel Kay in Erinnerung, wo eine Sache vorweggenommen wurde, die zwar im Buch schon recht früh passiert, zu dem Zeitpunkt aber ein richtig interessanter Wendepunkt wäre. Das fand ich wirklich ärgerlich, zumal es absolut unnötig war, im Klappentext darauf einzugehen.

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    1. Rissa Beitragsautor

      Ich plane ja immer noch, irgendwann mal einen kurzen Artikel über den Ärger mit Klappentexten zu schreiben. Da habe ich ja wirklich schon viel erlebt. Vom völlig verdrehten Inhalt (da wird behauptet, dass jemand ein Geheimnis hat, dabei ist er derjenige, der eins ausspionieren soll) über falsche Zuordnung (aus Lucrezia d’Este wird Lucrezia Borgia) bis eben Spoiler, die bis knapp vor den Schluss reichen, ist mir da schon alles begegnet.
      Und die Werbetexter haben es immer noch nicht gelernt, bei einem Buch, das gerade erst vor drei Wochen erschienen ist, ist wieder etwas erwähnt worden, was nicht einmal fünfzig Seiten vor dem Ende passiert, bei immerhin 475 Seiten. So macht das doch keinen Spaß!
      Aber man muss ja irgendwie erfahren, worum es zumindest grob in einem Buch geht, also führt kaum ein Weg um den Klappentext herum.

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      1. Neyasha

        Ja, dass der Klappentext kaum etwas mit dem wirklichen Inhalt zu tun hat, ist mir auch schon oft aufgefallen. Wobei das ja im Vergleich zu den Spoilern noch harmlos ist …

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        1. Rissa Beitragsautor

          Das mag ja im Vergleich harmlos sein, ist aber trotzdem nervig, wenn dadurch ein ganz anderer Schwerpunkt gesetzt wird und man deshalb eine bestimmte Erwartungshaltung hat.
          Ich bin ja froh, wenn ich eigentlich aufgrund des Klappentextes wenig erwarte und mich ein Roman dann positiv überraschen kann, aber anders herum kann es eben auch vorkommen.

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  2. Sandras kreative Lesezeit

    Hallo :)

    Du antwortest mit einem klaren „das kommt drauf an“ – klasse ;) Aber ich weiß was du meinst. Teilweise sind die Klappentext viel zu wenig aussagekräftig und dann gibt es widerrum die Texte die viel zu viel über den Inhalt verraten. Es scheint nicht ganz so leicht zu sein die richtige Waage zu finden…. Ich les die Klappentexte aber immer, es sei denn ich bestell Bücher online. Da orientier ich mich an der Verlagsinfos oder an Rezensionen. In der Buchhandlung gehört das lesen der Klappentexte für mich jedenfalls dazu, der verrrät mir immerhin ob das Buch überhaupt interessant für mich ist oder nicht.

    ich lass dir liebe Grüße hier und wünsch dir eine schöne Woche

    Sandra von Sandras kreativer Lesezeit

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    1. Rissa Beitragsautor

      Texte, die so gut wie nichts aussagen, kenne ich zum Glück kaum, das scheint sich in meinem Genre so nicht groß durchgesetzt zu haben. In der Regel findet man dort immer Angaben zu Handlungszeit und -ort und meist auch zu den Protagonisten. Nur ein Buch, das ich gerade lese, bildet da eine Ausnahme, die erste seit Jahren, die mir untergekommen ist.
      In der Buchhandlung komme ich um das Lesen der Klappentexte auch kaum herum, aber ich kaufe extrem selten Bücher spontan, sondern notiere mir die Titel, recherchiere zu Hause ein wenig, und wenn es dann passt, kaufe ich das Buch irgendwann später, zu einem Zeitpunkt, zu dem ich nur noch die Grundinformationen im Hinterkopf habe.

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