Barbara Goldstein – Der Maler der Liebe

AutorBarbara Goldstein
TitelDer Maler der Liebe
Seitenzahl764
VerlagBastei Lübbe
ISBN978-3-404-26596-1
Bewertung

Inhalt
Italien, 1504: Der junge Maler Raffaello Santi ist auf dem Weg von Urbino nach Florenz, um dort von den großen Künstlern zu lernen. Unterwegs jedoch beobachtet er, wie eine Kutsche überfallen wird. Er kann die junge Frau retten, die sich als Felice della Rovere, Tochter des Papstes und Cousine von Raffaellos bestem Freund Francesco, zu erkennen gibt. Der Maler verliebt sich in die Schönheit, doch diese ist mir Gian Giordano Orsini verlobt…
In Florenz trifft Raffaello bald auf Künstler wie Leonardo da Vinci, Sandro Botticelli und Michelangelo Buonarotti sowie einflussreiche Leute wie den Bänker Taddeo Taddei und den Kardinal Giovanni de‘ Medici. Doch dann belauscht er Pläne einer Verschwörung gegen den Papst…

Meine Meinung
Die frühe Renaissance in Italien ist eine Epoche, mit der ich mich noch nicht intensiv auseinandergesetzt hatte. Dennoch waren mir zumindest ein paar Namen und Zusammenhänge bekannt, so dass ich zu Beginn auch keine großen Probleme damit hatte, in die Handlung hineinzukommen. Doch werden es im Verlauf des Romans immer mehr und mehr Namen, Künstlernamen und Titel, die es zu merken und auseinanderhalten gilt, was nicht immer leicht war. Insbesondere bei längeren Aneinanderreihungen von Namen, die es doch häufiger gibt, ist es mir schwergefallen, sie alle zuzuordnen. Ein Personenregister im Anhang erleichtert dies ein wenig, doch musste ich schon sehr genau lesen, um nicht ständig Personen mit ähnlichen Namen zu verwechseln. Dazu kommen viele italienische Begriffe, die einmal kurz erklärt werden und dann immer mal wieder vorkommen, lateinische und, etwas seltener, auch französische Sätze, die nicht immer auch übersetzt werden. Wenn man also eins nicht tun sollte, dann ist es, diesen Roman mal eben nebenbei lesen zu wollen.
Der Roman spielt über einen Zeitraum von etwa 13 Jahren, was dazu führt, dass es gelegentlich zeitliche Sprünge zwischen den Kapiteln gibt. Nicht immer ist sofort klar, wie viel Zeit nun genau vergangen ist, da nur sporadisch Jahreszahlen genannt werden, dazu mitten im Kapitel, statt zu Beginn, was gelegentlich noch zu meiner Orientierungslosigkeit beigetragen hat.
Die Handlung orientiert sich an der Biografie Raffaellos, aus dessen Sicht der Roman geschrieben ist. Dabei ist Malerei eins der Hauptthemen, aber es geht auch um Freundschaft, Liebe, Selbstfindung und um römische Politik. Inwieweit sich die Autorin an die Fakten hält, kann ich nicht beurteilen. Leider wird auf ein erklärendes Nachwort und auf Quellenangaben völlig verzichtet.
Mit dem Charakter Raffaello Santi bin ich nicht ganz warm geworden. Er ist zwar nicht unbedingt unsympathisch, bleibt mir aber irgendwie zu unpersönlich. Er liebt mehrere Frauen, jede auf ihre Weise, doch bleiben diese sehr unpersönlich. Santi hat wenige Feinde, zwischen seinen Freunden, die häufig in verschiedenen Lagern stehen, muss er gelegentlich vermitteln und bleibt dabei meist erstaunlich neutral. Selbst wenn seine Freunde ihm großes Unrecht angetan und sich von ihm abgewandt haben, steht er noch zu ihnen. Er ist mir einfach zu gut, zu nett, und das in einer Welt, in der eine Intrige auf eine andere folgt.
Dennoch hatte ich das Gefühl, recht gut unterhalten worden zu sein und nebenbei ein wenig über diese Zeit gelernt zu haben, selbst wenn es nicht immer einfach war, den Überblick zu behalten.

Anmerkung
Dieser Roman ist als Ebook mit dem Titel Der Fürst der Maler erschienen.

Fazit
Ein Roman, der einen kleinen Einblick in die politische Welt Italiens zur Zeit der Renaissance und ins Leben Raffaello Santis bietet, dabei aber den nicht ganz aufmerksamen Leser schnell verwirren kann.

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